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3 Druckprüfung bei Trinkwasserinstallationen

Für die Planung und Ausführung ist die «Richtlinie für Trinkwasserinstallationen W3» des SVGW zu beachten. Eine detaillierte Beschreibung der Prüfverfahren befindet sich in deren Ergänzung W3/E3.

3.1 Allgemeine Hinweise

3.1.1 Hygienische Anforderungen

Aus hygienischen Gründen (und bei Frostgefahr) ist bei der Druckprüfung entscheidend, zu welchem Zeitpunkt die Installation mit Wasser befüllt wird, um eine Stagnation des Wassers in den Leitungen zu verhindern. Deshalb empfehlen wir eine Dichtheitsprüfung mit Luft und nach der Erstbefüllung eine Endprüfung mit Wasser mit dem Betriebsdruck (👉 Prüfmethode A).

Inerte Gase (z. B. Stickstoff oder Kohlendioxid) können bei erhöhten hygienischen Anforderungen eingesetzt werden, um ein Kondensieren der Luft während der Prüfung auszuschliessen.

Für den Zeitpunkt der Befüllung und somit der Endprüfung vor Übergabe gilt: Alle Trinkwasserleitungen sollten frühestens 72 Stunden vor dem bestimmungsgemässen Betrieb befüllt werden. Wenn zwischen Erstbefüllung/Spülung und Betrieb mehr als 72 Stunden vergehen, sind Massnahmen zu ergreifen, damit der betroffene Leitungsinhalt alle 72 Stunden erneuert wird.

Bei Prüfungen mit Wasser muss zudem darauf geachtet werden, dass alle verwendeten Hilfsmittel den hygienischen Anforderungen entsprechen.

3.1.2 Unterteilung in Prüfabschnitte

Die Einteilung in kleinere Prüfabschnitte bietet eine höhere Sicherheit und ist prüfgenauer. Bei kleineren Prüfabschnitten werden Undichtheiten schneller festgestellt als bei grösseren Abschnitten, und eventuelle Leckstellen werden schneller lokalisiert.

Ab einem Volumen von 400 l ist die Unterteilung in mehrere Prüfabschnitte zwingend vorgeschrieben. Eine Hilfestellung zur Abschätzung des Volumens bietet das nachfolgende Kapitel 👉 Berechnung des Leitungsvolumens.

Wassererwärmer können von der Dichtheitsprüfung ausgenommen werden. Vor Festigkeitsprüfungen mit erhöhtem Druck müssen Wassererwärmer und andere druckempfindliche Apparate und Armaturen vom System getrennt werden.

Bei einer Installation mit Druckreduzierventil müssen bei der Druckprüfung die Zuleitung (z. B. Steigstrang) und alle Abgänge mit Druckreduzierventil zwingend separat geprüft werden. Das Druckreduzierventil wirkt von der Ausgangsseite in Richtung der Eingangsseite als Rückflussverhinderer. Wenn das Messgerät nach einem Druckreduzierventil installiert wird, kann daher nur der Abschnitt nach diesem Druckreduzierventil geprüft werden.

 img
Separate Prüfung der Abgänge nach dem Druckreduzierventil

3.1.3 Berechnung des Leitungsvolumens

Die Vorgehensweise bei der Druckprüfung ist u. a. vom Leitungsvolumen abhängig. Dieses ist für die Unterteilung in Prüfabschnitte, aber auch für die Prüfdauer entscheidend.

Die nachfolgende Tabelle enthält Richtwerte für die Berechnung des Leitungsvolumens.

Einfamilienhaus

Mehrfamilienhaus, 6 Wohneinheiten

Mehrfamilienhaus, 12 Wohneinheiten

Beispiel für ein Objekt mit 12 Einheiten mit speziellen Betriebszuständen

Total Volumen

(ca.)

[l]

15

150

300

510

Volumen pro Wohneinheit*

(ca.)

[l]

15

25

25

43

Total Rohrlänge

(ca.)

[m]

120

600

1200

1200

Rohrlänge pro Wohneinheit

(ca.)

[m]

120

100

100

100

*

inkl. Verteilleitungen, ohne Wassererwärmer

Für Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser bis max. 12 Wohneinheiten kann der jeweils angegebene Standardwasserinhalt angenommen werden (Installation nach W3, Diagramm 1).

Grössere Objekte und Objekte mit speziellen Betriebszuständen müssen gemäss W3 berechnet werden. Spezielle Betriebszustände sind folgende:

  • Hohe Gleichzeitigkeit, z. B. bei Sportanlagen (Duschen), Restaurants, Hotels, Gewerbe- und Industriebetrieben

  • Dauerentnahme

  • Spitzenentnahmen

Für Spezialanlagen steht unter www.nussbaum.ch/druckpruefung ein Excel-Berechnungs-Tool mit allen Angaben zu den Inhaltsvolumina zur Verfügung.

Es wird empfohlen, Wassererwärmer vom System zu trennen. Sollte der Wassererwärmer in die Druckprüfung mit eingeschlossen werden, muss das Volumen zusätzlich berücksichtigt werden.

3.1.4 Prüfung von Verbindungen

Mit einer Dichtheitsprüfung mit Luft kann die mechanische Festigkeit einer Verbindung zwar nicht überprüft werden. Jedoch ist die Prüfung der mechanischen Festigkeit ein Bestandteil der umfangeichen Baumusterprüfungen, die ein neues Trinkwasserverteilsystem bestehen muss, bevor es auf den Markt kommt. Sofern das Produkt fachgerecht gemäss den Installationsvorgaben des Herstellers verarbeitet wird, wird die mechanische Festigkeit sicher erreicht, sodass die von Nussbaum empfohlene 👉 Prüfmethode A bedenkenlos verwendet werden kann.

Um die fachgerechte Verarbeitung sicherzustellen, wird während der Dichtheitsprüfung eine Sichtkontrolle aller Verbindungen durchgeführt. Diese Sichtkontrolle ist ein unumgänglicher Bestandteil der Prüfung und muss auf dem Abnahmeprotokoll dokumentiert werden.

Bei der Verarbeitung und der Sichtprüfung ist Folgendes zu beachten:

  • Bei Steckverbindungen (Optiflex-Profix) und Pressverbindungen (Optipress) müssen die Einstecktiefen auf dem Rohrende vorher angezeichnet und die Rohrenden bis zum Anschlag in den Verbinder gesteckt und dann gegebenenfalls verpresst werden.

  • Bei Klemmverbindern müssen die Verschraubungen mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden.

  • Die Optipress-Systeme sowie Optiflex-Flowpress verfügen über eine SC-Contour. Sie sorgt dafür, dass versehentlich unverpresste Verbindungen deutlich sichtbar werden und sich durch Druckabfall bemerkbar machen. Bei Optiflex-Flowpress kann zudem eine Verbindung mit einer zu geringen Einstecktiefe durch das integrierte Sichtfenster erkannt werden.

3.1.5 Prüfdruck

Bei der Wahl des Prüfdrucks muss beachtet werden, dass das Druckniveau Auswirkungen auf die Sicherheit und das Verhalten von Komponenten hat:

  • Alle Gase, dazu gehört auch Luft, haben die Eigenschaft, dass sie sich im Gegensatz zu Wasser stark komprimieren lassen. Bei hohen Drücken kann es beim Ausgleiten einer Rohrverbindung oder beim Bersten einer Installationskomponente zu einer explosionsartigen Entspannung des Leitungsdrucks kommen. Dadurch besteht ein grosses Sicherheitsrisiko für Personen und Güter. Eine Dichtheitsprüfung mit Luft oder Gas darf aus Sicherheitsgründen mit maximal 100 kPa (1 bar) durchgeführt werden.

  • Dichtungselemente aus Elastomeren werden bei hohen Drücken stärker auf die Dichtstellen gepresst und sind daher bei hohen Drücken in der Regel dichter als bei tiefen. Bei tieferen Drücken ist eine allfällige Undichtheit folglich besser feststellbar. Da bei einer Dichtheitsprüfung mit Luft der Prüfdruck geringer ist als bei einer Dichtheitsprüfung mit Trinkwasser, ist diese Prüfung besser geeignet, undichte O-Ringe zu identifizieren. Dies ist – neben dem hygienischen Aspekt – ein weiterer Vorteil der von Nussbaum empfohlenen 👉 Prüfmethode A.

3.1.6 Messgerät

Gemäss SVGW W3/E3:2020, 8.2 muss das Druckmessgerät mindestens einen Messbereich von 0 bis 1600 kPa (0 bis 16 bar) aufweisen und über eine «für die zu messenden Drücke geeignete Ablesegenauigkeit» verfügen. Es wird am niedrigsten Punkt des Systems eingebaut.

Das Nussbaum Druckmessgeräte-Set P4000 (83190) erfüllt diese Anforderungen. Es kann für Prüfungen mit Luft und Wasser eingesetzt werden.

3.1.7 Interpretation von Druckkurven

Die nachfolgenden Beispiele zeigen typische Druckprüfkurven bei Prüfungen mit dem Druckmessgeräte-Set P4000 (83190):

 img
Die Anlage ist dicht. Die Kurve kann Schwankungen aufweisen.
 img
Die Anlage ist undicht. Die Kurve fällt kontinuierlich.

Hinweis: Temperaturveränderungen der Anlage und des Prüfmediums verändern den Innendruck. Ein Temperaturanstieg während der Druckprüfung führt beim Optiflex-Rohr zur Ausdehnung des Rohrs und dadurch zu einem Druckabfall am Manometer. Bei einer Optipress-Installation hingegen ist die Ausdehnung des Prüfmediums grösser als die Ausdehnung des Rohrs; dadurch führt ein Temperaturanstieg zu einem erhöhten Innendruck und zu einem Druckanstieg am Manometer. Deshalb ist es wichtig, einen Temperaturausgleich vor der eigentlichen Prüfung durchzuführen.

3.1.8 Leckortung

Wenn im System eine Undichtheit festgestellt wird, kann der Luftdruck zur Leckortung auf maximal 100 kPa (1 bar) erhöht werden. Der Druck kann mit der beim Druckmessgeräte-Set P4000 (83190) mitgelieferten Handpumpe oder mit dem ölfreien Kompressor (81240) erhöht werden. Undichtheiten können mit Sicht- oder Geräuschkontrolle oder mit dem Lecksuchspray (83185) geortet werden.

Hinweis

Hinweis

Schäden und Korrosion an Bauteilen durch ungeeignete Lecksuchsprays

  • verwenden.
  • Die Anleitung auf dem Lecksuchspray beachten.
  • Nach dem Gebrauch des Lecksuchsprays die betroffenen Bauteile nur mit Wasser reinigen.

3.2 Prüfmethode A – Dichtheitsprüfung mit Luft und Endprüfung vor Übergabe

Prüfmethode A entspricht der «kombinierten Dichtheitsprüfung» nach SVGW W3/E3:2020, Kapitel 8.2.

Während der Rohbauphase wird eine Dichtheitsprüfung mit ölfreier Luft (oder inertem Gas) durchgeführt. Vor dem bestimmungsgemässen Betrieb folgt die Endprüfung mit Trinkwasser unter Betriebsdruck.

Zu beachten ist, dass die Dichtheitsprüfung mit ölfreier Luft für neue Leitungssysteme bzw. Leitungsabschnitte sehr gut geeignet ist, da sie hygienische und praktische Vorteile bietet. Für Systeme, die schon einmal mit Wasser gefüllt waren, empfiehlt es sich nicht, eine Dichtheitsprüfung mit Luft durchzuführen.

Das detaillierte Vorgehen wird auf dem Nussbaum Druckprüfprotokoll für Trinkwasserinstallationen «Prüfmethode A – Dichtheitsprüfung mit Luft und Endprüfung vor Übergabe» dokumentiert. Dieses kann unter www.nussbaum.ch/druckpruefung heruntergeladen werden.

Die auf dem Druckprüfprotokoll aufgeführten Prüfschritte sind auch nachfolgend beschrieben. Sie entsprechen den Vorgaben der W3/E3 und enthalten einige Erweiterungen nach der Empfehlung von Nussbaum, die sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen haben.

3.2.1 Dichtheitsprüfung mit Luft

In der Rohbauphase, solange die Leitungen und Verteilsysteme noch sichtbar sind, werden folgende Prüfschritte durchgeführt:

  1. Mit dem Prüfmedium (ölfreie Luft oder inertes Gas) einen Druck von 15 kPa (150 mbar) aufbauen.
  2. Einen Temperaturausgleich während mindestens 10 Minuten durchführen.
  3. Den Prüfdruck auf 15 kPa (150 mbar) einstellen.
  4. Mindestens 120 Minuten prüfen. Eine geringere Prüfdauer ermöglicht keine zuverlässige Interpretation der Druckkurve. Bei Rohrleitungen mit einem Leitungsvolumen über 100 Liter die Prüfzeit um 10 Minuten je weitere 50 Liter Volumen erhöhen.
  5. Eine Sichtkontrolle aller Verbindungen auf Dichtheit durchführen und die markierten Einstecktiefen prüfen. Für das Orten von Undichtheiten blasenbildende Prüfmittel (Lecksuchspray 83185) verwenden.
  6. Das Prüfresultat auf dem Druckprüfprotokoll dokumentieren. Bei der Prüfung darf kein kontinuierlicher Druckabfall festgestellt werden (siehe 👉 Interpretation von Druckkurven). Thermische Druckschwankungen berücksichtigen.
  7. Falls bei der Prüfung Undichtheiten festgestellt werden, die Ursache ermitteln (siehe 👉 Leckortung), beheben und dokumentieren. Anschliessend die Prüfung wiederholen.
  8. Nach Beendigung der Dichtheitsprüfung den Prüfüberdruck an geeigneter Stelle ablassen.

Praxistipps:

  • Während der Bauzeit kann ein Manometer montiert und bis zu 1 bar Druck auf den Leitungen belassen werden. So ist jederzeit ersichtlich, ob nach der ersten Dichtheitsprüfung Lecks entstanden sind.

  • Andernfalls ist es empfehlenswert, vor der Erstbefüllung und Endprüfung nochmals eine kurze Prüfung mit Luft durchzuführen, um auszuschliessen, dass in der Zwischenzeit neue Lecks entstanden sind.

3.2.2 Endprüfung vor Übergabe

Frühestens 72 Stunden vor der Übergabe werden für die von der Übergabe betroffenen Trinkwasserleitungen und Trinkwasserverteilsysteme die folgenden Schritte durchgeführt. Falls die Anlage nicht innerhalb von 72 Stunden in den bestimmungsgemässen Betrieb genommen wird, muss durch geeignete Massnahmen (manuell oder automatisch) sichergestellt werden, dass der Wasserinhalt alle 72 Stunden erneuert wird.

  1. Die Anlage mit Trinkwasser füllen, spülen und vollständig entlüften (siehe SVGW W3/E3:2020, Kapitel 9).
  2. Einen Temperaturausgleich während mindestens 60 Minuten durchführen.
  3. Den Betriebsdruck einstellen.
  4. 30 Minuten prüfen.
  5. Eine Sichtkontrolle der sichtbaren Verbindungen und Apparateanschlüsse durchführen und die Verbindungen, wenn möglich, nachziehen. Da das System bei der Endprüfung das erste Mal mit Wasser, Temperatur und Druck belastet wird, ist dieser Kontrollschritt unerlässlich.
  6. Das Prüfresultat auf dem Druckprüfprotokoll dokumentieren. Bei der Prüfung darf kein kontinuierlicher Druckabfall festgestellt werden (siehe 👉 Interpretation von Druckkurven). Thermische Druckschwankungen berücksichtigen.
  7. Falls bei der Prüfung Undichtheiten festgestellt werden, die Ursache ermitteln, beheben und dokumentieren. Anschliessend die Prüfung wiederholen.

3.3 Prüfmethode B – Dichtheitsprüfung mit Luft und Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser

Prüfmethode B entspricht der «kombinierten Dichtheits- und Festigkeitsprüfung» nach SVGW W3/E3:2020, Kapitel 8.3.

Während der Rohbauphase wird eine Dichtheitsprüfung mit ölfreier Luft (oder inertem Gas) durchgeführt. Vor dem bestimmungsgemässen Betrieb folgt eine Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser unter einem erhöhten Druck (1.5-facher Betriebsdruck bzw. mindestens 1500 kPa / 15 bar).

Zu beachten ist, dass die Dichtheitsprüfung mit ölfreier Luft für neue Leitungssysteme bzw. Leitungsabschnitte sehr gut geeignet ist, da sie hygieneische und praktische Vorteile bietet. Für Systeme, die schon einmal mit Wasser gefüllt waren, empfiehlt es sich nicht, eine Dichtheitsprüfung mit Luft durchzuführen.

Das detaillierte Vorgehen wird auf dem Nussbaum Druckprüfprotokoll für Trinkwasserinstallationen «Prüfmethode B – Dichtheitsprüfung mit Luft und Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser» dokumentiert. Dieses kann unter www.nussbaum.ch/druckpruefung heruntergeladen werden.

Die auf dem Druckprüfprotokoll aufgeführten Prüfschritte sind auch nachfolgend beschrieben. Sie entsprechen den Vorgaben der W3/E3 und enthalten einige Erweiterungen nach der Empfehlung von Nussbaum, die sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen haben.

3.3.1 Dichtheitsprüfung mit Luft

In der Rohbauphase, solange die Leitungen und Verteilsysteme noch sichtbar sind, werden folgende Prüfschritte durchgeführt:

  1. Mit dem Prüfmedium (ölfreie Luft oder inertes Gas) einen Druck von 15 kPa (150 mbar) aufbauen.
  2. Einen Temperaturausgleich während mindestens 10 Minuten durchführen.
  3. Den Prüfdruck auf 15 kPa (150 mbar) einstellen.
  4. Mindestens 120 Minuten prüfen. Eine geringere Prüfdauer ermöglicht keine zuverlässige Interpretation der Druckkurve. Bei Rohrleitungen mit einem Leitungsvolumen über 100 Liter die Prüfzeit um 10 Minuten je weitere 50 Liter Volumen erhöhen.
  5. Eine Sichtkontrolle aller Verbindungen auf Dichtheit durchführen und die markierten Einstecktiefen prüfen. Für das Orten von Undichtheiten blasenbildende Prüfmittel (Lecksuchspray 83185) verwenden.
  6. Das Prüfresultat auf dem Druckprüfprotokoll dokumentieren. Bei der Prüfung darf kein kontinuierlicher Druckabfall festgestellt werden (siehe 👉 Interpretation von Druckkurven). Thermische Druckschwankungen berücksichtigen.
  7. Falls bei der Prüfung Undichtheiten festgestellt werden, die Ursache ermitteln (siehe 👉 Leckortung), beheben und dokumentieren. Anschliessend die Prüfung wiederholen.
  8. Nach Beendigung der Dichtheitsprüfung den Prüfüberdruck an geeigneter Stelle ablassen.

Praxistipps:

  • Während der Bauzeit kann ein Manometer montiert und bis zu 1 bar Druck auf den Leitungen belassen werden. So ist jederzeit ersichtlich, ob nach der ersten Dichtheitsprüfung Lecks entstanden sind.

  • Andernfalls ist es empfehlenswert, vor der Erstbefüllung und Endprüfung nochmals eine kurze Prüfung mit Luft durchzuführen, um auszuschliessen, dass in der Zwischenzeit neue Lecks entstanden sind.

3.3.2 Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser

Frühestens 72 Stunden vor der Übergabe werden für die von der Übergabe betroffenen Trinkwasserleitungen und Trinkwasserverteilsysteme die folgenden Schritte durchgeführt. Falls die Anlage nicht innerhalb von 72 Stunden in den bestimmungsgemässen Betrieb genommen wird, muss durch geeignete Massnahmen (manuell oder automatisch) sichergestellt werden, dass der Wasserinhalt alle 72 Stunden erneuert wird.

Voraussetzungen:

  • Alle Hilfsmittel (z. B. Prüfpumpe, Schläuche) und das eingespeiste Prüfwasser entsprechen den hygienischen Anforderungen.
  • Alle druckempfindlichen Apparate und Armaturen sind vom System getrennt.
  1. Die Anlage mit Trinkwasser füllen, spülen und vollständig entlüften (siehe SVGW W3/E3:2020, Kapitel 9).
  2. Einen Temperaturausgleich während mindestens 60 Minuten durchführen.
  3. Bei Optiflex-Systemen: Den Druck langsam auf 1500 kPa (15 bar) aufbauen.
    Bei Optipress-Systemen: Den Druck langsam auf das 1.5-fache des Betriebsdrucks, mindestens 1500 kPa (15 bar), aufbauen.
  4. 30 Minuten prüfen.
  5. Eine Sichtkontrolle der sichtbaren Verbindungen und Apparateanschlüsse durchführen und die Verbindungen, wenn möglich, nachziehen. Da das System bei der Endprüfung das erste Mal mit Wasser, Temperatur und Druck belastet wird, ist dieser Kontrollschritt unerlässlich.
  6. Das Prüfresultat auf dem Druckprüfprotokoll dokumentieren. Nach 30 Minuten muss der Druck mindestens 1200 kPa (12 bar) betragen. Bei der Prüfung darf kein kontinuierlicher Druckabfall festgestellt werden (siehe 👉 Interpretation von Druckkurven). Thermische Druckschwankungen berücksichtigen.
  7. Falls bei der Prüfung Undichtheiten festgestellt werden, die Ursache ermitteln, beheben und dokumentieren. Anschliessend die Prüfung wiederholen.
  8. Nach Beendigung der Festigkeitsprüfung den Prüfüberdruck an geeigneter Stelle ablassen.

3.4 Prüfmethode C – Dichtheits- und Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser

Prüfmethode C entspricht der «Dichtheits- und Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser» nach SVGW W3/E3:2020, Kapitel 8.4.

Hier erfolgt die Dichtheitsprüfung bereits mit Trinkwasser. Hinzu kommt eine Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser unter einem erhöhten Druck (1.5-facher Betriebsdruck bzw. mindestens 1500 kPa / 15 bar).

Da zwischen der Befüllung und dem bestimmungsgemässen Betrieb der Anlage nicht mehr als 72 Stunden liegen dürfen, ist diese Prüfmethode für Neubauten weniger geeignet. Für diese empfiehlt Nussbaum 👉 Prüfmethode A – Dichtheitsprüfung mit Luft und Endprüfung vor Übergabe.

Das detaillierte Vorgehen wird auf dem Nussbaum Druckprüfprotokoll für Trinkwasserinstallationen «Prüfmethode C – Dichtheits- und Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser» dokumentiert. Dieses kann unter www.nussbaum.ch/druckpruefung heruntergeladen werden.

3.4.1 Dichtheitsprüfung mit Trinkwasser

Frühestens 72 Stunden vor der Übergabe werden für die von der Übergabe betroffenen Trinkwasserleitungen und Trinkwasserverteilsysteme die folgenden Schritte durchgeführt. Falls die Anlage nicht innerhalb von 72 Stunden in den bestimmungsgemässen Betrieb genommen wird, muss durch geeignete Massnahmen (manuell oder automatisch) sichergestellt werden, dass der Wasserinhalt alle 72 Stunden erneuert wird.

Voraussetzungen:

  • Alle Hilfsmittel (z. B. Prüfpumpe, Schläuche) und das eingespeiste Prüfwasser entsprechen den hygienischen Anforderungen.
  1. Die Anlage mit Trinkwasser füllen, spülen und vollständig entlüften (siehe SVGW W3/E3:2020, Kapitel 9).
  2. Einen Temperaturausgleich während mindestens 60 Minuten durchführen.
  3. Den Druck auf 300 kPa (3 bar) einstellen.
  4. 30 Minuten prüfen.
  5. Eine Sichtkontrolle aller Verbindungen auf Dichtheit durchführen und die markierten Einstecktiefen prüfen.
  6. Das Prüfresultat auf dem Druckprüfprotokoll dokumentieren. Nach 30 Minuten muss der Druck mindestens 250 kPa (2.5 bar) betragen. Bei der Prüfung darf kein kontinuierlicher Druckabfall festgestellt werden (siehe 👉 Interpretation von Druckkurven). Thermische Druckschwankungen berücksichtigen.
  7. Falls bei der Prüfung Undichtheiten festgestellt werden, die Ursache ermitteln, beheben und dokumentieren. Anschliessend die Prüfung wiederholen.

3.4.2 Festigkeitsprüfung mit Trinkwasser

Voraussetzungen:

  • Alle Hilfsmittel (z. B. Prüfpumpe, Schläuche) und das eingespeiste Prüfwasser entsprechen den hygienischen Anforderungen.
  • Alle druckempfindlichen Apparate und Armaturen sind vom System getrennt.
  1. Einen Temperaturausgleich während mindestens 60 Minuten durchführen.
  2. Bei Optiflex-Systemen: Den Druck langsam auf 1500 kPa (15 bar) aufbauen.
    Bei Optipress-Systemen: Den Druck langsam auf das 1.5-fache des Betriebsdrucks, mindestens 1500 kPa (15 bar), aufbauen.
  3. 30 Minuten prüfen.
  4. Eine Sichtkontrolle der sichtbaren Verbindungen und Apparateanschlüsse durchführen.
  5. Das Prüfresultat auf dem Druckprüfprotokoll dokumentieren. Nach 30 Minuten muss der Druck mindestens 1200 kPa (12 bar) betragen. Bei der Prüfung darf kein kontinuierlicher Druckabfall festgestellt werden (siehe 👉 Interpretation von Druckkurven). Thermische Druckschwankungen berücksichtigen.
  6. Falls bei der Prüfung Undichtheiten festgestellt werden, die Ursache ermitteln, beheben und dokumentieren. Anschliessend die Prüfung wiederholen.
  7. Nach Beendigung der Festigkeitsprüfung den Prüfüberdruck an geeigneter Stelle ablassen.