Sanierung Hochhaus, Ostermundigen BE
Vom Forschungslabor zum Wohnhochhaus
Mit einem anspruchsvollen Umbauprojekt wurde das ehemalige PTT-Hochhaus in Ostermundigen (BE) in ein Wohn- und Gewerbeobjekt verwandelt. Bei der Sanitärinstallation kamen zahlreiche Produkte und Systeme von Nussbaum zum Einsatz – vom Keller bis zum Attikageschoss.
Text: Michael Staub, Fotos: Stefano Schröter
Dank der Nussbaum Gesamtlösung konnten die Sanitäranlagen des «Hochhuus», wie das markante Gebäude neu heisst, rationell und überzeugend ausgeführt werden. Im Kellergeschoss des Hochhauses kamen individuell gefertigte Edelstahlverteiler von Nussbaum zum Einsatz. Diese wurden in der Individualfertigung in Trimbach millimetergenau auf Mass geschweisst und bilden das hygienisch einwandfreie und zuverlässige Rückgrat der gesamten Trinkwasserverteilung. «Damit erhält die Bauherrschaft eine solide Lösung aus erstklassigem Werkstoff, der Jahrzehnte überdauert», kommentiert Simon Scheidegger, zuständiger Mitarbeiter Verkauf Aussendienst bei Nussbaum. Vom Keller aus wird das Hochhaus mit Optipress-Aquaplus Steigleitungen aus Edelstahl erschlossen. «Dank der Verwendung von Edelstahl für die Kellerverteilung wie auch für die Steigzonen ist das System hygienisch einwandfrei, langlebig und korrosionsbeständig», sagt Simon Scheidegger.
Saubere Etagenverteilung
Die Etagenverteilung erfolgte mit dem System Optiflex-Profix, welches direkt an die Optipress-Aquaplus-Abgänge angeschlossen wurde. Dies entspricht auch den Empfehlungen der Nussbaum Gesamtlösung bezüglich Trinkwasserhygiene. «Mit Optiflex-Profix hatten wir eine sichere und schnelle Lösung», sagte Meriton Avdimetaj,Bauleitender Monteur bei der Guggisberg Kurz AG. Das System funktioniert mit Steckverbindungen, was eine schnelle Verarbeitung ermöglicht. Für die Installation sind lediglich Markierlehre, Markierstift und Schere notwendig. Neben der hohen Arbeitsgeschwindigkeit und der zuverlässigen Verbindung überzeugte laut Meriton Avdimetaj auch die werkzeuglose Installation: «Gerade auf dieser Baustelle war es ein grosser Vorteil, da wir oft zwischen den Stockwerken wechselten. Mit Optiflex-Profix mussten wir keine schweren Werkzeuge transportieren. Wir konnten einfach die Rolle auf die Schulter nehmen und im nächsten Stock weiter installieren.»
Mit einer Höhe von über 85 Metern benötigte das Hochhaus drei unterschiedliche Druckzonen (Geschosse 1-6, Geschosse 7-12 sowie Geschosse 13-16). Ein weiterer zentraler Baustein für die Sanitärinstallation waren deshalb die Nussbaum UP-Boxen mit gedämmten Optiflex-Verteiler-Box. Sie bündeln alle Installationskomponenten in einer kompakten, gedämmten Box und sind mit einer Abstellung, einer Druckreduzierpatrone und einer Wasserzähleinheit ausgerüstet. Das vereinfachte die Installation der Verteilung im «Hochhus» wesentlich. Denn so konnten sämtliche Geschosse mit einheitlichem Druck beliefert werden. Die Reduktion erfolgt via Druckreduzierpatrone in der Nussbaum UP-Box.
«Dank dieser innovativen Nussbaum Lösung für Hochhäuser schlagen wir drei Fliegen auf einen Streich. Erstens braucht es nur eine Druckzone, zweitens wird auf jeder Etage der gleiche Druck gewährleistet. Und drittens sind die Kalt- und Warmwasserinstallation in jeder Nasszelle thermisch sauber getrennt», erläutert Simon Scheidegger von Nussbaum. Die separate Führung von Kalt- und Warmwasser in der UP-Box garantiert das Einhalten der zulässigen Temperaturbereiche, verhindert die Bildung unerwünschter Mikroorganismen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Trinkwasserhygiene. Um die Logistik und Installation für die Guggisberg Kurz AG möglichst angenehm zu gestalten, erbrachte Nussbaum umfangreiche Dienstleistungen für die Baustellenlogistik. So erstellte Simon Scheidegger für jede Wohnung einen eigenen Materialauszug. Auf dessen Grundlage lieferte Nussbaum individuelle, komplette Materialpakete mit dem gesamten Optiflex-Profix-Material sowie den benötigten Nussbaum UP-Boxen mit gedämmter Optiflex-Verteiler-Box.
Rationelles Trockenbausystem
Für den Einbau der Nasszellen kam das Vorwandsystem Nussbaum Optivis-Tec zum Einsatz. Das unkomplizierte System funktioniert gemäss dem Prinzip «mach's vor Ort»: Die Profile werden auf die benötigte Länge zugeschnitten und direkt vor Ort verbunden. Darauf folgen der Einbau von Spülkästen, Nussbaum UP-Verteilerboxen mit gedämmten Optiflex-Verteiler-Boxen sowie der nötigen Verrohrung. Auch hier konnte die Guggisberg Kurz AG auf spezielle Dienstleistungen von Nussbaum zurückgreifen. «Wir übernahmen die Organisation und Koordination der Arbeiten. Unser Leistungspartner kümmerte sich vor Ort um das Zuschneiden der Profile und die Montage der Vorwände», sagt Simon Scheidegger. Die Mitarbeitenden der Guggisberg Kurz AG konnten sich somit auf die eigentliche Sanitärinstallation konzentrieren, was die Abläufe noch rationeller und schneller gestaltete. «Pro Woche schafften wir ca. 18 Nasszellen», erläuterte Pascal Steiner. Auf der Baustelle in Ostermundigen, die nur über wenig Lagerplätze verfügte und deren Aussenlift von vielen Gewerken beansprucht wurde, waren das die entscheidenden Vorteile.
Im Herbst 2026 wird das frisch sanierte Hochhaus bezogen. Insgesamt war die Guggisberg Kurz AG auf dieser Baustelle über mehr als 16 Monate tätig. Wie gelingt es, ein so grosses Projekt auf Kurs zu halten? «Die Zusammenarbeit mit der Firma Nussbaum war von Anfang an sehr angenehm. Besonders der Verkauf Aussendienst hat uns hervorragend unterstützt, indem er für jede einzelne Nasszelle einen detaillierten Materialauszug erstellt hat. Dadurch konnten wir unsere Bestellungen geschoss- und nasszellengenau aufgeben. Das benötigte Material wurde jeweils termingerecht und vollständig auf die Baustelle geliefert. Das hat unsere Logistik wesentlich vereinfacht und die Arbeiten effizienter gemacht.» sagt Pascal Steiner.
1967 begannen die Bauarbeiten für das PTT-Hochhaus an der Ostermundigenstrasse. Der Neubau ersetzte zwei Lagerhäuser aus den 1950er Jahren, in welchen unter anderem die Telegrafen- und Telefonwerkstatt der PTT untergebracht war.
Mit 18 Geschossen und 85 Metern wurde es das zweithöchste Gebäude in Bern – nur das Münster ist noch einige Meter höher. 1972 zog die Abteilung «Forschung und Entwicklung» im Hochhaus ein. Sie testete und prüfte neue Technologien wie zum Beispiel Pager Farbfernsehen oder das Nationale Autotelefon (Natel). Architektonisch war das Hochhaus wegen seiner vorgehängten Betongitter («brise-soleil») bemerkenswert. Sie machen das Gebäude filigraner und leichter, als es seinem grossen Volumen entsprechen würde. Im Untergeschoss verbirgt sich zum Beispiel ein Auditorium mit 200 Plätzen. Aufgrund der Aufteilung und Teilprivatisierung der PTT wurde das Hochhaus 2001 verkauft, noch bis 2014 von der Swisscom genutzt und zwischen 2017 und 2022 zwischengenutzt. 2024 bis 2026 erfolgten schliesslich umfangreiche Umbau- und Sanierungsmassnahmen für die heutige Wohn- und Gewerbenutzung.
Das Objekt auf einen Blick
Sanierung Hochhaus, Ostermundigen BE
Baujahr 1967, Sanierung 2025-2026
Am Bau Beteiligte
Sanitärinstallationen: Guggisberg Kurz AG, Ostermundigen BE
Planer / Architekt: Probst und Wieland AG, Burgdorf BE