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299.1.071 / V2

5 Planung und Ausführung

5.1 Normen und Regelwerke

Für Planung und Ausführung sind die allgemein anerkannten Regeln der Technik einzuhalten und insbesondere die Normen, Richtlinien und Merkblätter der SIA, des SVGW und der suissetec zu beachten.

5.2 Weiterführende Informationen

Für die Planung und Ausführung von Nussbaum Installationen müssen die technischen Dokumente von Nussbaum berücksichtigt werden.

5.3 Meldepflicht von Gas-Installationen

Jede einzelne Optipress-Gaz-Installation, sei es eine Neuinstallation, Erweiterung oder Änderung, ist dem Gasversorger und weiteren zuständigen Stellen vor Beginn der Arbeiten schriftlich anzuzeigen (Richtlinie G1 des SVGW). Bei Flüssiggas-Anlagen ist der Lieferant der Anlage als Versorger zuständig. Mit der Ausführung darf erst nach erteilter Bewilligung begonnen werden.

5.4 Druckprüfung von Gas-Installationen

Eine Optipress-Gaz-Installation darf erst in Betrieb genommen werden, wenn sich die zuständige Gasversorgung oder eine von dieser beauftragten Kontrollstelle davon überzeugt hat, dass die Installation den Anforderungen der Leitsätze G1 entspricht und die Kontrollen erfolgreich durchgeführt wurden.

5.5 Mischinstallationen

Mit Mischinstallationen sind Installationen gemeint, in denen die Rohrleitungsteile wie Rohre, Fittings, Flansche, Kompensatoren und Armaturen aus unterschiedlichen metallischen Werkstoffen bestehen. Bei Mischinstallationen besteht die Gefahr von Kontaktkorrosion aufgrund elektrochemischer Reaktionen. Um Kontaktkorrosion in Mischinstallationen zu verhindern, müssen die folgenden Regeln eingehalten werden:

  • Rohrleitungsteile aus Edelstahl dürfen nicht direkt mit Rohrleitungsteilen aus unlegiertem Stahl oder Kupfer verbunden werden. Für solche Verbindungen sind geeignete Übergänge zu verwenden, z. B. aus Rotguss.

Dabei spielt es für den sanierten Teil keine Rolle, ob in Fliessrichtung gesehen verzinkte Stahlrohre resp. Kupferrohre vor oder nach Optipress-Gaz installiert verbleiben. Nussbaum Rotguss-Verschraubungen, -Pressfittings und -Armaturen sind darüber hinaus auch gegen Entzinkungs- und Spannungsrisskorrosion resistent.

5.5.1 Zulässige Mischinstallationen mit Optipress-Gaz

Unter Einhaltung der genannten Regeln ergeben sich folgende korrosionstechnisch zulässige Mischinstallationen:

 img
Zulässige Mischinstallationen mit Optipress-Gaz

5.6 Technische Dämmung

Technische Dämmungen in gebäudetechnischen Anlagen müssen verschiedene Anforderungen erfüllen. Die Anforderungen sind, je nach Einsatzgebiet, abhängig vom Schutzziel. Dämmungen stellen keinen Korrosionsschutz für Anlagenteile dar. Wenn Dämmungen nass sind, schaffen sie aber für gedämmte metallene Oberflächen andere Korrosionsbedingungen. Dämmstoffe können Feuchtigkeit sehr lange halten. Dabei können sich im Dämmstoff korrosionsfördernde Substanzen wie Chlorid- und Nitrationen ansammeln. Trinkwasserinstallationen für Kalt- und Warmwasser sind sowohl gegen Wärmeverlust, Wassererwärmung und Schall als auch gegen Oberflächentauwasser zu dämmen. Bei Heizungsanlagen hat die Dämmung die Aufgabe den Wärmeaustauschvorgängen möglichst grossen Widerstand entgegenzusetzen. Sobald die Anlage auch eine kühlende Funktion ≥ +4 °C übernimmt, sind die physikalischen Gesetze besonders zu beachten.

5.7 Schutz vor Aussenkorrosion

Die nachfolgende Tabelle zeigt Beispiele möglicher Bausituationen und die passenden Schutzmassnahmen:

Bausituation

Schutzmassnahmen

Bausituation ohne Schutz­massnahmen

Bausituation mit Schutz­massnahmen

Wand- und Bodendurchführungen

Bei Wand- und Bodendurchführungen besteht die Gefahr, dass in der Bau- und Trocknungsphase von Wänden und Böden Feuchtigkeit auf die Rohre gelangt.

Beton und andere Baustoffe können korrosiv wirkende Stoffe enthalten, die sowohl C-Stahl- wie auch Edelstahlrohre angreifen können.

In den Bereichen von Decken- und Wanddurchführungen muss die Installation mit einem geeigneten Schutz, z. B. Schutzschlauch 83200 oder Wickelbandage 83204 versehen werden. Die Umhüllung muss etwas über die Durchführung in den Raum hinausgezogen und an deren Enden gegen das Eindringen von Wasser abgedichtet werden, z. B. mit Verschlussklebeband 83208.

Verdeckte Leitungsführung, Kontakt mit feuchten, chloridhaltigen Baustoffen

Baumaterialien in z. B. Unterlagsböden können Stoffe enthalten, die auf ungeschützte Rohrleitungen korrosiv wirken. Auch in der Bauphase eingedrungenes Wasser kann die Leitungen schädigen.

Die Installation muss porenfrei geschützt werden. Dazu kann z. B. der Schutzschlauch 83200 in Kombination mit dem Verschlussklebeband 83208 und der Wickelbandage 83204 verwendet werden.

Leitungsführung in Räumen mit korrosiv wirkenden Gasen und Dämpfen

Betroffen sind Räume mit korrosiv wirkender Umgebungsluft, die z. B. mit Ammoniak, Salpetersäure, Chlor, Salzsäuren oder FCKW-haltigen Treibgasen angereichert sein kann. Solche Räume sind z. B. Stallbereiche, Galvaniken, Schwimmbadbereiche, Molkereien oder Käsereien, ARA, oder Räume, in denen Reinigungsmittel gelagert werden.

Wo möglich, ist eine Änderung der Leitungsführung vorzusehen. Ist dies nicht realisierbar, so muss die Installation mit einem geeigneten Schutz versehen werden. Dazu kann z. B. ein Schutzanstrich oder der Schutzschlauch 83200 in Kombination mit dem Verschlussklebeband 83208 und der Wickelbandage 83204 verwendet werden.

Schutz vor Aussenkorrosion – Bausituationen und Schutzmassnahmen

Bei allen aufgeführten Situationen muss die Installation (Rohre und Fittings) entsprechend mit chloridfreien Dämmstoffen geschützt werden. Vor allem in der Bauphase besteht eine erhöhte Gefahr, dass Feuchtigkeit auf nicht geschützte Rohrleitungen gelangt und zu einem späteren Zeitpunkt zu Korrosionsschäden führt.

In den gefährdeten Bereichen wird die Verwendung des Schutzschlauches 83200 empfohlen.

Die Enden müssen gegen das Eindringen von Wasser unter die Umhüllung abgedichtet werden, z. B. mit dem Verschlussklebeband 83208.

5.8 Potenzialausgleich

Rohrleitungen aus Metall sind elektrisch leitfähig und müssen daher in den Potenzialausgleich einbezogen werden.

Werden Rohrleitungssysteme oder Teile davon erstellt oder im Rahmen einer Sanierung ausgetauscht, muss der Potenzialausgleich von einer Elektrofachkraft überprüft werden.

5.9 Transport und Lagerung der Rohre, Fittings und Armaturen

Bei Lagerung und Transport der Systemkomponenten sind die folgenden Hinweise zu beachten:

  1. Die Materialien vor Umwelteinflüssen (Schmutz, Nässe, Hitze, Frost, UV-Strahlung, Chemikalien) schützen.
  2. Verschiedene Materialien getrennt lagern (W3/E2:2020, 7.4).
  3. Verpackungen und Schutzkappen erst unmittelbar vor der Verarbeitung entfernen.
  4. Nicht fertiggestellte Anlagenteile gegen das Eindringen von Schmutz mit Verschlusskappen und -zapfen verschliessen.
  5. Rohre, Fittings und Armaturen durch das Anbringen von Verschlussstopfen oder ähnliche Massnahmen vor dem Eindringen von Verunreinigungen schützen.

5.10 Werkzeuge

Mit den elektrohydraulischen Nussbaum Presswerkzeugen (Netzbetrieb oder mit Akku) können Armaturen und Fittings in allen Dimensionen aus dem Optipress-Programm verarbeitet werden. Für jede Dimension stehen die entsprechenden Nussbaum System-Pressbacken zur Verfügung.

Mit dem Presswerkzeug T7 können die Dimensionen 15 bis 108 und mit dem Presswerkzeug Picco bis Dimension 35 verarbeitet werden.

5.11 Rohrbefestigungen

Die Rohre können mit Rohrschellen aus dem Nussbaum Lieferprogramm befestigt werden. Die Befestigungsabstände sind der untenstehenden Tabelle zu entnehmen.

Bei der Rohrbefestigung sind die folgenden Punkte zu beachten:

  • Die Schalldämmung von Rohrschellen muss mit chloridfreien Schallschutzeinlagen versehen sein.

  • Zu grosse Befestigungsabstände können zu Vibrationen und damit zu Geräuschbildung führen.

DN

Rohraussendurchmesser

Befestigungsabstand Stangenrohre

[mm]

[m]

 12

 15

1.25

 15

 18

1.50

 20

 22

2.00

 25

 28

2.25

 32

 35

2.75

 40

 42

3.00

 50

 54

3.50

 60

 64

4.00

 65

 76.1

4.25

 80

 88.9

4.75

100

108

5.00

Richtwerte für Befestigungsabstände von Edelstahlrohren und verzinkten Stahlrohren

5.12 Verlegen der Rohre

5.12.1 Mindestrohrlängen zwischen zwei Verpressungen

Um die einwandfreie Dichtfunktion der Pressverbindung sicherzustellen, sind die rohrweitenabhängigen Mindestrohrlängen zwischen zwei Verpressungen einzuhalten.

 img
Mindestrohrlänge zwischen zwei Verpressungen

L

Mindestrohrlänge

a

Mindestabstand

E

Einstecktiefe

Rohraussendurchmesser

Einstecktiefe E

L

a

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

15

22

49

5

18

22

49

5

22

24

53

5

28

24

58

10

35

26

62

10

42

36

87

15

54

40

105

25

64

43

101

15

76.1

50

115

15

88.9

50

115

15

108

60

135

15

Mindestrohrlängen zwischen zwei Verpressungen

5.12.2 Minimaler Platzbedarf für den Pressvorgang

Für einen reibungslosen Montageablauf sind bei der Planung die Mindestabstände zwischen den Rohrleitungen, bzw. zwischen der Rohrleitung und der Wand-Decken-Konstruktion zu berücksichtigen.

Mindestabstände siehe untenstehende Tabelle.

Optipress bis Ø 54 mm

Optipress Ø 64 bis 108 mm

Mindestabstände

Rohraussendurchmesser

A

B

C

D

E

F

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

15

 20

 55

35

 40

 65

130

18

 20

 60

35

 40

 75

130

22

 25

 60

35

 40

 80

165

28

 25

 70

35

 50

 85

165

35

 30

 85

50

 50

 95

185

42

 45

100

50

 70

115

255

54

 50

115

55

 80

140

300

64

105

180

125

180

76.1

110

185

130

185

88.9

120

200

145

200

108

135

215

155

215

Mindestabstände

5.12.3 Masse von Optipress-Gaz-Pressfitting-Kombinationen

Optipress-Gaz-Kombination 88000 / 88001

15

18

22

28

35

42

54

64

76.1

88.9

108

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

56

16

16

59

18

18

76

26

26

93

34

34

95

33

33

138

50

50

172

65

65

211

84

84

246

99

99

277

115

115

333

138

138

Optipress-Gaz-Kombination 88003 / 88004

15

18

22

28

35

42

54

64

76.1

88.9

108

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

26

7

7

28

7

7

33

11

11

37

14

14

40

15

15

57

21

21

68

27

27

86

39

39

98

46

46

107

52

52

127

61

61

Optipress-Gaz-Kombination 88000 / 88004

15

18

22

28

35

42

54

64

76.1

88.9

108

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

33

16

7

35

18

7

43

26

11

52

34

14

53

33

15

77

50

21

95

65

27

117

84

39

136

99

46

151

115

52

182

138

61

Optipress-Gaz-Kombination 88010 / 88001

15

18

22

28

35

42

54

64

76.1

88.9

108

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

15

62

16

19

65

16

22

18

64

18

21

22

77

26

24

81

26

23

28

88

34

28

92

34

27

96

34

25

102

34

21

35

89

33

27

42

120

50

32

126

50

29

54

146

65

39

64

175

84

46

76.1

201

99

51

88.9

223

115

57

108

265

138

67

Optipress-Gaz-Kombination 88010 / 88004

15

18

22

28

35

42

54

64

76.1

88.9

108

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

L

z

z1

15

37

7

19

39

7

22

18

38

7

21

22

44

11

24

47

11

23

28

48

14

28

51

14

27

54

14

25

58

14

21

35

49

15

27

42

64

21

32

69

21

29

54

76

27

39

64

92

39

46

76.1

104

46

51

88.9

113

52

57

108

134

61

67

5.13 Ablängen der Rohre

Die Rohre können mit einer feinzahnigen Metallsäge, mit einem Rohrabschneider (Edelstahl mit speziellem Schneidrad), mit automatischen Kreissägen oder Bandsägen (Edelstahl mit speziellen Sägeblättern) abgelängt werden.

Verarbeitungsfehler beim Trennen der Rohre können zu Korrosionsschäden führen. Daher sind folgende Punkte zu beachten:

  • Schmiermittel dürfen nicht verwendet werden.

  • Das Ablängen der Rohre mit einer Trennscheibe oder einem Schneidbrenner ist nicht zulässig.

  • Nussbaum empfiehlt, die Werkzeuge werkstoffspezifisch anzuwenden.

  • Die Rohrenden müssen vor dem Einstecken in den Pressfitting aussen und innen sauber entgratet und gereinigt werden.

5.14 Biegen der Rohre

Das Warmbiegen von Edelstahlrohren und Stahlrohren ist nicht zulässig. Systemrohre können mit geeigneten Biegevorrichtungen kalt gebogen werden.

Dabei darf der minimale Biegeradius von r = 3.5 × Rohraussendurchmesser (D) nicht unterschritten werden.

Des Weiteren ist zu beachten, dass bei allfällig in der Nähe von Biegestellen platzierten Pressfittings ein genügend langes, zylindrisches Rohrstück (Richtwert 50 mm) zum Einstecken vorhanden ist.

5.15 Optipress-Verbindung herstellen

Die Anleitung zur Herstellung einer Optipress-Verbindung ist auf www.nussbaum.ch verfügbar, 👉 Montageanleitung 299.1.007.

5.16 Gewindeverbindungen

Bei Gewindeverbindungen in Optipress-Installationssystemen sind zuerst die Gewindeverbindungen und anschliessend die Pressverbindungen herzustellen, um unnötige Torsionsspannungen zu vermeiden.

Bei Gewindeverbindungen aus nichtrostenden Stählen besteht die Gefahr einer Kaltverschweissung oder Festfressen, wenn zwei identische Werkstoffe wie beispielsweise 1.4401 verwendet werden. Um dies zu vermeiden, müssen solche Verbindungen mit einem geeigneten Fett versehen werden.

Chloridhaltige Dichtmittel zum Abdichten von Gewindeverbindungen können zu Korrosionsschäden führen. Zum Abdichten von Gewindeverbindungen sind daher ausschliesslich handelsüblicher, chlorfreier Hanf und chloridfreie Dichtmittel einzusetzen. Kunststoff-Gewinde-Dichtband, z. B. aus PTFE, darf nicht verwendet werden.

5.17 Flanschverbindungen

Bei Flanschverbindungen oder Verschraubungen in Optipress-Installationen sind immer zuerst die Flanschverbindungen und die Verschraubungen und anschliessend die Pressverbindungen herzustellen.

Bei Flanschverbindungen mit Schrauben und Muttern aus nichtrostenden Stählen besteht die Gefahr einer Kaltverschweissung oder Festfressen, wenn zwei identische Werkstoffe wie beispielsweise 1.4401 verwendet werden. Um dies zu vermeiden, empfiehlt Nussbaum, die Sechskantschrauben-Sets 90058 mit den spezialbeschichteten Muttern zu verwenden.

5.17.1 Flanschverbindung herstellen

  1. Die Dichtfläche und die Dichtung vor Gebrauch reinigen.
  2. Sicherstellen, dass die Dichtung korrekt auf der Dichtfläche liegt.
  3. Die Schraubverbindungen herstellen. Dabei immer alle Schrauben verwenden und die Schrauben schrittweise über Kreuz anziehen (siehe Abbildung).
     img