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6 Druckprüfung von Heizungs- und Kälteinstallationen

Für die Planung und Ausführung von Heizungs- und Kälteinstallationen sind die Normen der SIA und die Richtlinien des SWKI zu beachten. Gemäss SIA sind alle Installationen, solange noch sichtbar, einer Dichtheitsprüfung und einer Festigkeitsprüfung zu unterziehen.

Die Einteilung in kleinere Prüfabschnitte bietet hierbei eine höhere Sicherheit und ist prüfgenauer. Bei kleineren Prüfabschnitten werden Undichtheiten schneller festgestellt als bei grösseren Abschnitten, und eventuelle Leckstellen werden schneller lokalisiert.

Das detaillierte Vorgehen wird auf dem Nussbaum Druckprüfprotokoll für Heizungs- und Kälteinstallationen «Prüfmethode mit Luft und Wärme- oder Kälteträgermedium» dokumentiert. Dieses kann unter www.nussbaum.ch/druckpruefung heruntergeladen werden.

Die auf dem Druckprüfprotokoll aufgeführten Prüfschritte sind auch nachfolgend beschrieben. Sie orientieren sich an der SWKI-Richtlinie, der Prüfablauf wurde basierend auf der langjährigen Erfahrung von Nussbaum angepasst.

6.1 Dichtheitsprüfung mit Luft

In der Rohbauphase, solange die Leitungen und Verteilsysteme noch sichtbar sind, werden folgende Prüfschritte durchgeführt:

  1. Mit dem Prüfmedium (ölfreie Luft oder inertes Gas) einen Druck von 15 kPa (150 mbar) aufbauen.
  2. Einen Temperaturausgleich während mindestens 10 Minuten durchführen.
  3. Den Prüfdruck auf 15 kPa (150 mbar) einstellen.
  4. Mindestens 120 Minuten prüfen. Eine geringere Prüfdauer ermöglicht keine zuverlässige Interpretation der Druckkurve. Bei Rohrleitungen mit einem Leitungsvolumen über 100 Liter die Prüfzeit um 10 Minuten je weitere 50 Liter Volumen erhöhen.
  5. Eine Sichtkontrolle aller Verbindungen auf Dichtheit durchführen und die markierten Einstecktiefen prüfen. Für das Orten von Undichtheiten blasenbildende Prüfmittel (Lecksuchspray 83185) verwenden.
  6. Das Prüfresultat auf dem Druckprüfprotokoll dokumentieren. Bei der Prüfung darf kein kontinuierlicher Druckabfall festgestellt werden (siehe 👉 Interpretation von Druckkurven). Thermische Druckschwankungen berücksichtigen.
  7. Falls bei der Prüfung Undichtheiten festgestellt werden, die Ursache ermitteln (siehe 👉 Leckortung), beheben und dokumentieren. Anschliessend die Prüfung wiederholen.
  8. Nach Beendigung der Dichtheitsprüfung den Prüfüberdruck an geeigneter Stelle ablassen.

6.2 Festigkeitsprüfung mit Wärme- oder Kälteträgermedium

Nach dem Einbau aller Komponenten der Gesamtinstallation und möglichst kurz vor der Inbetriebnahme und Bauübergabe der Installation an den Anlagenbetreiber werden für die von der Übergabe betroffenen Installationen die folgenden Schritte durchgeführt.

  1. Die Anlage mit dem Medium füllen, spülen und vollständig entlüften. Hierbei die SWKI-Richtlinie BT 102-01 und die Herstellerangaben des Wärmeerzeugers beachten.
  2. Einen Temperaturausgleich (ΔT zwischen Mediumstemperatur und Umgebungstemperatur) durchführen.
  3. Den Betriebsdruck einstellen.
  4. 30 Minuten prüfen.
  5. Eine Sichtkontrolle der sichtbaren Verbindungen durchführen.
  6. Das Prüfresultat auf dem Druckprüfprotokoll dokumentieren. Bei der Prüfung darf kein kontinuierlicher Druckabfall festgestellt werden (siehe 👉 Interpretation von Druckkurven). Thermische Druckschwankungen berücksichtigen.
  7. Falls bei der Prüfung Undichtheiten festgestellt werden, die Ursache ermitteln, beheben und dokumentieren. Anschliessend die Prüfung wiederholen.
  8. Nach Beendigung der Festigkeitsprüfung den Prüfüberdruck an geeigneter Stelle ablassen.