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Brücken-Sprühflutanlage effizient installiert

«Diesmal waren die Flammen massiv», sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Rolf Friedli. «Das hatten wir noch nie auf der alten Brücke.» Entsprechend gross war am 28. März 2018 die Sorge der Oltner Bevölkerung, ihr Wahrzeichen könnte dauerhaften Schaden nehmen. Das Feuer war denn auch Anlass für eine umfassende Sanierung und mehrfache Brandschutzmassnahmen. Unter anderen für den Einbau einer Sprühflutanlage mit Optifitt-Press Einpressanschlüssen von Nussbaum.

Text: Andreas Stettler / Fotos: Nina Dick

Es war nicht der erste und nicht der einzige Brand auf der Brücke. Sieben Mal innerhalb der letzten zehn Jahre, so lautet die Bilanz der Stadtbehörden über die meist glimpflich verlaufenen Schwelbrände. Nicht so im März 2018: Gut sichtbare Flammen setzten der Tragkonstruktion im Mittelbereich besonders zu. Weil die kritischen Stellen für die Feuerwehr bisher schlecht zugänglich waren, brauchte sie verhältnismässig viel Zeit, um das Feuer wirksam bekämpfen zu können.

Gründliche Untersuchungen der gesamten Brücke führten schliesslich zum Entscheid, den denkmalgeschützten Aareübergang gleich umfassend zu sanieren. 2020 wäre sowieso eine der regulären, alle 25 Jahre nötigen Kontrollen fällig geworden. Marcel Dirlam, Tiefbau-Ingenieur der Stadt Olten, dazu: «Die Hauptpfeiler hatten auch unter den jahrzehntelangen, natürlichen Schwankungen des Wasserpegels gelitten. Was wir nun auf und an der Brücke gemacht haben, soll sie für Jahrzehnte wieder fit und sicher machen.»

Immer die gleiche Brandursache

Für Passanten unsichtbar, bildeten sich auf den seitlichen Balken unterhalb des Brückenbodens jeweils potenzielle Brandherde aus Staub, Spinnennetzen, Konfetti und diversem Abfall. Ein unachtsam weggeworfener Zigarettenstummel oder einmal ein defektes Elektrokabel genügten, um jeweils ein Feuer auszulösen. Von unten an den Brandherd zu kommen, war für die Feuerwehr besonders schwierig. Mit verschiedenen Präventions- und technischen Massnahmen haben die Verantwortlichen das Brandrisiko reduziert, vor allem aber ihre Interventionsmöglichkeiten verbessert. Nebst leider wenig wirksamen Rauchverbotstafeln wurden neu demontierbare Holzbretter für Reinigungsarbeiten und, als eigentliches Herzstück der Prävention, eine Sprühflutanlage installiert.

Ringleitung auf der Unterseite der Brücke

Die Anlage besteht aus zwei je 82 m langen Strängen aus verzinkten Stahlrohren auf jeder Längsseite des Brückenbodens; sie sind auf der Altstadt- und der Winkel-Unterführungsseite miteinander verbunden und über je eine Serviceöffnung auch zugänglich. Im Ernstfall löst ein Brandmeldekabel bei der Feuerwehr Alarm aus, welche die Anlage innerhalb von rund 10 Minuten befüllen und die Holzkonstruktion von unten mit 2'500 Litern Wasser bei 5,4 bar pro Minute flächendeckend nässen und kühlen kann. Aber was spricht denn gegen eine vollautomatische Sprinkleranlage, wie man sie von grossen Gebäuden kennt? Eine Sprinkleranlage löst nur punktuell genau dort aus, wo das Feuer ist. Auf der Oltner Holzbrücke will man jedoch schnell und überall Wasser haben, wobei dem Kühleffekt eine wichtige Rolle zukommt. Zudem müssen die Leitungen grundsätzlich leer sein, um im Winter Frostschäden zu vermeiden. Deshalb erfolgt die aktive Befüllung durch das Tanklöschfahrzeug erst im Brandfall. Das Restwasser in den Leitungen kann nach der Brandbekämpfung über nach unten gerichteten Vollkegeldüsen selbstständig auslaufen.

Besonders effiziente Montage der Flachstrahldüsen mit Optifitt-Press

An der 170 m langen Wasserleitung sind 936 permanent offene Düsen angebracht. Mit der herkömmlichen Montage durch Bohren und Schweissen wäre die Installation kaum zu bezahlen gewesen. «Der Optifitt-Press Einpressanschluss von Nussbaum hat hier eine markante Effizienzsteigerung gebracht», erklärt Hugo Staffelbach, Bereichsleiter Kundendienst der ausführenden Zentex Brandschutz AG. «Wir konnten die 468 Muffen – jede trägt zwei Düsen – mithilfe des normalen Nussbaum Presswerkzeugs und speziellem Aufsatz in die dickwandigen Stahlrohre einpressen. In gut zwei Minuten war ein solcher Anschluss ausgeführt, inklusive Bohren.» Diese Methode hat den weiteren Vorteil, dass die Verbindung spannungsfrei und somit langlebiger ist. Zentex hat dieses Produkt bereits in anderen Objekten eingesetzt, z.B. für den Bau eines Wasservorhangs in einer Kehrichtverbrennungsanlage. «Hier in Olten haben wir aber tatsächlich unsere erste Brücke realisiert», sagt Staffelbach. Nebst dem Einpressanschluss war diese Installation für ein weiteres Nussbaum Produkt prädestiniert: Die Flansche bei den beiden Einspeisepunkten sind mit korrosionsbeständigen und speziell für Nussbaum entwickelten Edelstahlmuttern verschraubt, deren blaue Farbe auf ihre Spezialbeschichtung hinweist. Die Schmierung ist fester Bestandteil des Verbindungselements, verhindert Festfressen und ist auch nach Jahren leicht zu lösen.

Es wäre so einfach

«Würden die Leute das Rauchverbot auf der Brücke beherzigen, hätten wir schon 90 Prozent der Brandursachen eliminiert», sagt Marcel Dirlam von Tiefbauamt. «Durch die wohl überlegte und dennoch einfach gehaltene Installation der Sprühflutanlage haben wir dank Zentex und Nussbaum eine wirksame und bezahlbare Lösung für den langfristigen Schutz unserer schönen Brücke.»

Das Objekt auf einen Blick
Alte Brücke Olten: Baujahr 1803
Brückenlänge: 78,8 m
Leitungslänge Sprühflutanlage: 170 m
Gesamtsanierung: 2018/19
Investitionsvolumen: ca. CHF 1,82 Mio (rund 1,1 Mio. für Brandschäden, 400'000.- für vorgezogene Unterhaltsarbeiten, 300'000.- für Verbesserungsmassnahmen)
Offizielle Fertigstellung: 1. August 2019

Am Bau Beteiligte
Bauherrschaft: Stadt Olten, Direktion Bau
Brandschutz: Zentex Brandschutz AG, Neuenhof

Eingesetzte Nussbaum Produkte
Optifitt-Press Einpressanschlüsse; Spezialmuttern mit blauer ecosyn-lubric-Beschichtung

Geschichte der Brücke
Die Holzbrücke, allgemein als Alte Brücke bezeichnet, ist das eigentliche Wahrzeichen der grössten Solothurner Stadt. Schon zur Römerzeit gab es ein Kastell zum Schutz des Flussübergangs, erstmals erwähnt wird eine Brücke im Jahr 1295. Sie machte Olten zu dieser Zeit überhaupt erst interessant und zur wirtschaftlichen «Nabelschnur», denn tatsächlich gab es von Aarau bis Fulenbach nur hier einen Aareübergang. Im Lauf der Jahrhunderte wurde dieser mehrmals Opfer der Flammen, durch Hochwasser oder Eisgang beschädigt oder weggerissen. 1797, als die Berner sie zerstört hatten, baute Blasius Balteschwiler eine Notbrücke, die er 1803 durch die heutige Brücke ersetzte.