Hotel Oltnerhof, Olten

Ein 20er-Jahre-Bijoux erstrahlt in neuem Glanz


Meistens ist es so: aus ausgedienten Hotels werden Wohnungen. Doch in Olten ist es umgekehrt: aus einem älteren Wohnhaus wird ein sorgfältig renoviertes Hotel. Denn im zentral gelegenen Aarestädtchen besteht eine rege Nachfrage nach günstigen Hotelzimmern, was sich beim Oltnerhof – so hiess auch das ursprüngliche Restaurant im Erdgeschoss – sehr schön zeigt.
Text: Andreas Stettler, Olten / Fotos: Wolf Fotografie, Olten


Das Objekt auf einen Blick
- Raumprogramm: 15 Einzel- und 15 Doppelzimmer (1. – 3. OG);
- Cafeteria, Lobby, Personalräume (EG); Konferenzraum, Wäscherei, Technik (UG)
- Hauptnutzfläche 830 m2

Am Bau Beteiligte
- Bauherrschaft: Oltnerhof GmbH, 5506 Mägenwil
- Sanitärinstallation: Santherm Gebäudetechnik AG, 4600 Olten
- Vorfabrikation Vorwandsystem: Jürg Reist AG, 4632 Trimbach
- Architektur und Bauleitung: Daniel Hammer Architekt FH AG, 4600 Olten


Klein, aber fein präsentiert sich das Hotel Oltnerhof, der historische Name wurde beibehalten, nach dem Umbau, bei dem im Sanitärbereich ausschliesslich Nussbaum Produkte installiert wurden. Schon seine Gebäudeform hat Charakter, für Planer und Handwerker aber auch einige Tücken. Doch dazu später. Während vielerorts ein Hotel das andere mit Luxus zu übertreffen sucht, setzt man hier auf gepflegten Pragmatismus für Geschäftsleute und Seminar-Touristen. Bei dieser Zielgruppe ortet die Bauherrschaft Bedarf an bezahlbarer, aber trotzdem stilvoller Unterkunft. Überhaupt war für die neuen Eigentümer von Anfang klar, aus dem 1927 von Fritz von Niederhäusern entworfenen Restaurant und Mehrfamilienhaus nicht teuren Wohnraum, sondern ein Business-Hotel zu machen. Von Niederhäusern ist als Erbauer des markanten USEGO-Gebäudes und der Friedenskirche in Olten bekannt. 1945 wechselte der Oltnerhof die Hand, und aus dem Restaurant wurde ein schweizweit tätiges Bürofachgeschäft, das Jahrzehnte lang zum Quartierbild gehörte. Bis zum jüngsten Besitzerwechsel gab es auf den drei Obergeschossen sechs Wohnungen.

Alt und Neu im Gleichgewicht
Am Grundriss wurde nichts geändert. «Wir hätten den ganzen Bau aushöhlen können, wollten seine Struktur aber stehen lassen», erklärt der Oltner Architekt Daniel Hammer. So sind aus den sechs Mietwohnungen 30 zweckmässige Hotelzimmer mit insgesamt 57 Betten geworden, und aus den ehemaligen Verkaufsräumen des Bürofachgeschäftes eine Lobby und Frühstückszone mit dunklem Teppich und eleganter Eichenholzmöblierung. Gerade der Umgang mit der bestehenden Substanz und die umsichtigen Erneuerungen machen die Qualität des Projektes aus. Man wähnt sich trotz der vernünftigen Zimmerpreise in einem 4-Stern-Hotel. «Die Lage des Oltnerhofs, nur wenige Schritte von Bahnhof, Stadtzentrum, Fachhochschule und grösseren Unternehmen sorgt für die nötige Frequenz», prognostizierte nicht nur der Architekt, sondern auch der Tourismus-Verantwortliche von Olten, Christian Gressbach.

Eine runde Sache vom Keller bis zur Etagenverteilung
Zurück zu den Tücken der gerundeten Fassade. «Es gibt in diesem Haus praktisch keinen rechten Winkel, und die Wände sind kaum übereinander und teilweise schräg», fasst Davide Colelli eine der Herausforderungen für den Installateur zusammen. Colelli ist Abteilungsleiter Sanitär bei der Santherm Gebäudetechnik AG in Olten, die mit dem schmucken Hotel ein Heimspiel hatte, ebenso wie die R. Nussbaum AG, Systemlieferant und mit ihrem Hauptsitz nur wenige Schritte vom Oltnerhof entfernt. Dieser Grundriss also, d.h. die weit auseinander liegenden Zimmer, machten 10 Steigzonen notwendig, eine stattliche Zahl für ein Haus dieser Grösse. «Aber das Trinkwasser-Verteilsystem von Nussbaum bietet in solchen Fällen jeglichen Spielraum», erklärt Colelli. Angefangen mit der Verteilbatterie und sämtlichen Keller-Armaturen (und der Gaszuleitung zum Heizbrenner), weitergeführt in der Steigzone mit Optipress-Aquaplus und abgeschlossen mit Optiflex bei der Etagenverteilung. Dank der W3-konformen Einzelzapfstellen lässt sich im Oltnerhof jedes Zimmer und jede Etage z.B. für Wartungsarbeiten separat abstellen, was in einem Hotelbetrieb unerlässlich ist.

Optivis – das Vorwandsystem mit den eleganten Drückerplatten
Der zeitlich anspruchsvolle Bauplan verlangte vom Installateur eine optimale Rationalisierung der Abläufe. Man entschloss sich, die Vorwandelemente von einem Routinier, der Jürg Reist AG in Trimbach, vorfabrizieren zu lassen. Reist ist spezialisiert auf sanitäre Vorfertigung, Einschweissung, Behälterbau und Reparaturen. Die beiden Unternehmen arbeiten seit über 30 Jahren zusammen, und auch zu Nussbaum unterhalten sie schon jahrelange Beziehungen. Reist fertigt unterdessen so viele Vorwandelemente, dass er sogar den Betrieb umgebaut und eigens dafür einen Mitarbeiter eingestellt hat. «Wir hatten früher unser eigenes, geschweisstes Produkt», blickt Geschäftsleiter Harry Reist zurück. „Aber Optivis hat uns und unsere Kunden überzeugt.» Der Hauptvorteil liegt in seiner einfachen Handhabung, die sich gerade auch im Oltnerhof sehr bewährt hat. So hat die Bauherrschaft kurz vor der Montage den Lavabo-Typ geändert: Anstelle eines angeschraubten Lavabos an der geraden Wand wurde eine Nische mit einer exklusiven Waschschale gewünscht. Den Umbau der Elemente konnte das Santherm-Team direkt auf der Baustelle vornehmen und so den Kundenwunsch vollends erfüllen. Überhaupt war diese Eigenschaft von Optivis im Oltnerhof willkommen, weil ein Altbau bei einer kompletten Sanierung immer mal wieder Justierungen nötig macht. Das im fertigen Bau einzig sichtbare Element, die Drückerplatte, schmiegt sich optimal in die je nach Stockwerk unterschiedlich farbigen Badezimmer. Mit ihren runden Tasten nimmt sie elegant den Rundbau auch im Detail wieder auf.

Die Partnerschaft verdienen
Wenn in Sichtweite gebaut wird, ist es natürlich besonders erfreulich, wenn auch die eigenen Produkte zum Einsatz kommen. «Aber ohne die richtigen Partner und die richtigen Produkte geht auch vor der eigenen Haustüre nichts», bestätigt Nussbaum-Aussendienstmann Andreas Gasser und lobt damit die langjährigen Partner Santherm und Reist. «Wir müssen uns als Lieferant diese Partnerschaft mit fortschrittlichen Produkten und kundennaher Dienstleistungen immer wieder verdienen.» Trotz der geografischen Nähe der Baustelle zum Systemlieferanten sei dessen Leistungsfähigkeit elementar, erklärt Roman Könitzer, Geschäftsführer von Santherm. Die Lieferbereitschaft, die Produktequalität und die technische Unterstützung, die man jederzeit in Anspruch nehmen kann, seien für ihn als Nussbaum-Kunden nicht selbstverständlich, aber sehr beruhigend.