360° Sicht auf Nussbaum

Swissbau 2016 - Nachschau


Ein Anbieter von Gesamtlösungen und Marktführer zu sein, setzt voraus, dass man die Bedürfnisse des Verarbeiters kennt. Dies ist am Swissbau-Stand der R. Nussbaum AG einmal mehr deutlich geworden. Wie nah das Oltner Familienunternehmen am Markt ist und wie eng seine Beziehungen zum Sanitärinstallateur und Planer sind, zeigte sich in den Tausenden von Kunden und Partnern, die während der fünf Messetage den über 400 m2 grossen Stand besuchten.
Text: Andreas Stettler / Fotos: Roland Spring

Das gesamte Marketing- und Verkaufsteam, Produktentwickler und -manager sowie Servicefachleute standen bereit, um die Besucher zu begrüssen und zu informieren. Ein personeller und finanzieller Aufwand, der gut überlegt und noch gründlicher geplant sein will. Beziehungspflege lautete dabei die Maxime für die Messe. Aber: „Ohne Neuheiten geht an einer Messe gar nichts“, sagt Daniel Bader, Leiter Kommunikation. Wir haben ihn, als Swissbau-Projektleiter, und weitere involvierte Führungspersonen nach persönlichen Eindrücken von der Messe allgemein und zum eigenen Firmenauftritt befragt.

Vom Hochhaus bis zur Berghütte
Daniel Bader fährt fort: „Unser Motto dieses Jahr hiess ‚360° Nussbaum made’. Das heisst, dass wir das Unternehmen von allen Seiten zeigen wollten: Den Stand selber, die Produkte und Systeme, den Direktvertrieb, die Dienstleistungen wie Logistik, Planungshilfen und Schulung, die Menschen, das Familiäre. 360° heisst aber auch, das gesamte Einsatzspektrum für Nussbaum-Systeme zu kommunizieren. In allen namhaften Hochhäusern, die in den letzten Jahren in der Schweiz gebaut wurden, sind Nussbaum-Produkte installiert; wir waren aber auch an der Hörnlihütte am Matterhorn beteiligt. Und dazwischen machen wir alles, vom Einfamilienhaus bis zur Industriehalle.“ Bader ist der Meinung, dass es Nussbaum gelungen ist, diese Botschaft zu schärfen. Wo sieht Beat Loretz, Leiter Verkauf und Marketing, das Hauptziel des Messeauftritts?

Ausdrücklich zur Beziehungspflege
„Wir dürfen ohne falsche Bescheidenheit feststellen, dass ein Besuch am Nussbaum-Stand für Sanitärinstallateure und Planer zum ‚beliebten Pflichtprogramm’ gehört“, erklärt Loretz. „Sie kommen nicht einfach schnell vorbei, sondern setzen sich und verweilen, weil sie die authentische und familiäre Atmosphäre schätzen. Sie brauchen auch keinen Termin mit ihrem Ansprechpartner zu vereinbaren, weil sämtliche Verkauf Aussendienstmitarbeiter die ganze Woche am Stand sind. Wir kommen ausdrücklich zur Beziehungspflege nach Basel, und nicht, um Bestellungen aufzunehmen“ betont der Verkaufsleiter. „Aber es ist uns gleichzeitig wichtig, unsere Produkte so anschaulich zu präsentieren, dass wir mit unseren Kunden auch Fachgespräche führen und ihnen die Neuheiten vorstellen können.“

Soviel zum Standkonzept. Aber welche Neuheiten und Weiterentwicklungen hat Nussbaum nach Basel mitgebracht? Dazu nimmt Urs Bobst, Leiter Innovation und Partner, Stellung.

Eine absolute Premiere „Auf den ersten Blick haben wir zwar keine revolutionären Neuheiten mitgebracht“, gibt sich Bobst bescheiden. „Auf den zweiten Blick sind aber einige Perlen dabei. Der elektrische Antrieb Easy-Matic für das wartungsfreie Spindelventil Easy-Top ist eine solche. Den Kundenreaktionen nach zu urteilen, ist uns hier ein Produkt gelungen, bei dem nicht zuerst die „Wozu?“-Frage gestellt wird, wie das bei Neuheiten oft der Fall ist. Im Gegenteil, die Installateure und Planer äusserten spontan diese und jene eigene Idee für den Einsatz von Easy-Matic.“ Und Urs Bobst fügt nicht ohne Stolz an: „Der Antrieb ist eine Eigenentwicklung und übrigens eine absolute Premiere im Bereich Spindelventile.“

Orange wird zu einem wichtigen Erkennungsmerkmal
„Das Schönste an Easy-Matic ist für den Sanitärinstallateur meines Erachtens, dass er es von A bis Z selber installieren und in Betrieb nehmen kann, ohne Beizug eines Elektrikers.“ Darin sieht Daniel Schneider, Leiter Marketing- und Produktmanagement, die Stärke des Ventilantriebs. „Ich möchte noch auf eine weitere Nussbaum-Innovation zu sprechen kommen, auf welche die Besucher sehr neugierig reagiert haben: Optiflex-Flowpress, die Pressfittings mit einer weiterentwickelten‚ raxialen’ Presstechnik. Es ist die neuartige Kombination aus radialer Presstechnik und axialer Schiebehülsentechnik. Wir lösen damit Optiflex-Press ab.“ Und Schneider weist auf eine Besonderheit hin: „Interessanterweise wurden die Kunden vor allem vom orangen PE-Xc-Rohr angezogen. Eine Farbe, die eine sichere Verarbeitung garantiert und im Sanitärbereich sonst nicht vorkommt. Und somit zu einem wichtigen Erkennungsmerkmal wird – nach über 30 Jahren mit dem schwarzen Rohr!“

Wasserenthärter aus Eigenproduktion
Auch im Bereich Wasserbehandlung gibt es Neues zu vermelden. Aquapro-Vita heisst der erste eigenentwickelte Nussbaum-Wasserenthärter aus Eigenproduktion. Es gibt ihn in vier verschiedenen Grössen für Ein- und Mehrfamilienhäuser, gekoppelt mit einem attraktiven Servicepaket, das Nussbaum auch gleich selber anbietet. Die Tatsache, dass Nussbaum fokussiert auf Schweizer Bedürfnisse entwickelt und produziert, unterstreicht auch Unternehmensleiter Roy Nussbaum.

Ein Megatrend zeichnet sich ab
„Eine Messe absorbiert viel finanzielle und personelle Ressourcen, weshalb wir uns jeweils klare Ziele setzen. Ich bin überzeugt, dass wir diese Ziele erreicht haben, auch wenn das Messe-Controlling noch nicht ganz abgeschlossen ist. Die zahlreichen Kunden, die unseren Stand besuchten, zeigten grosses Interesse an unseren Neuheiten“, stellt Roy Nussbaum fest und nennt noch einmal die drei wichtigsten: „Optiflex-Flowpress, die neuen Easy-Top-Oberteile, neu auch mit Easy-Matic-Antrieb, und der Aquapro-Vita Wasserenthärter mit Nussbaum-Service. Die Kunden erkennen den Nutzen dieser Innovationen und schätzen es, dass wir als Schweizer Familienunternehmen massgeschneidert für den Schweizer Markt produzieren. Dieses Geschäftsmodell wird uns auch bei der zunehmenden Industrialisierung des Bauwesens gute Dienste leisten, in meinen Augen ein eigentlicher Megatrend“, meint Roy Nussbaum vorausblickend.